Kaiserswalde
Kaiserswalde, Kreis Habelschwerdt, 640 Einwohner, 448 ha, Grenzdorf, am 29. 6. 1662 erstmals urkundlich erwähnt, als Franz Ferdinand von Peterhansel vom Kaiser Leopold I. ein Stück Wald an der Erlitz kaufte, ihn roden ließ und dort eine Glashütte, ein Vorwerk und andere Häuser anlegte. Flachsspinnerei und Weberei, Zündholzindustrie, Schule seit 1863.

Kaiserswalde: 1662 von dem Glasmeister der Glashütte Friedrichswald auf Kaiserlichem Waldgrunde angelegt und nach Kaiser Leopold I. benannt. - Kol.: Dinterswalde.
Königswalde: Kol. von Kaiserswalde, Kr. Habelschwerdt, Anfang des 18. Jahrhunderts angelegt; vielleicht später nach König Friedrich II. genannt, der allerdings erst 1780, in Langenbrück eine Pfarrkirche für die Katholiken des Erlitztales erbauen ließ.


Kaltenbrunn, Kreis Glatz, 225 Einwohner, 66 ha Kolonie südlich von Albendorf.

Kaltenbrunn bei Albendorf: 1571 Kaltenprunn, nach einem kalten Brunnen dort benannt. 1578 kaufte Heinrich von Pannwitz von der königlichen Kammer das Dorf Kaltenbrunn.
Kol.: Engelhäuser.


Kaltwasser bei Lewin, 102 Einwohner, 176 ha.

Kaltwasser: nach einem Schöppenbuch erst um 1684 auf Kaiserlichem Forstboden gegründet und nach kalten Quellen oder der besonders kalten Temperatur des Dorfbaches benannt.


Kamnitz, Kreis Glatz, 271 Einwohner, 439 ha, westlich von Glatz, an der Straße Oberschwedeldorf-Möhlten. 1351 erstmals als Gut Camencz erwähnt.

Kamnitz (auch Camnitz geschrieben): 1351 Camencz, 1420 von der Kemnicz, 1421 Kemnitz. - KoI.: Hinterberg, Kamnitzberg, Rotheberg.


Kamnitz, Kreis Habelschwerdt, 583 Einwohner, 700 m, 333 ha, langgestrecktes Dorf südlich von Wilhelmsthal, Gründungsurkunde vom 20.11.1596, gutes Skigelände. Sommerfrische.

Kamnitz: 1596 angelegt. Die deutsche Gründung nahm den älteren slawischen Namen des Kamnitzflusses an. - Kol.: Altes Forsthaus, Eibichtgraben, Neues Forsthaus.


Karlsberg, Kreis Glatz, früher Neurode, 288 Einwohner, 740 m, 1610 ha, an der Heuscheuer, Gründungsurkunde vom 31.7.1730.

Karlsberg (auch Carlsberg), 1728 aul Kaiserlichem Forstboden angelegt und nach Kaiser Karl VI. genannt. - Kol.: Forstsekretärgehöft, Klein Karlsberg, Nauseney. - Forsthäuser: Karlsberg, Spiegelberg, Wintermühle.


Karpenstein, Kreis Habelschwerdt, 112 Einwohner, 309 ha, Grenzdorf östlich von Bad Landeck, Schloß Karpenstein erstmals 1346 urkundlich genannt und am 15.6.1443 zerstört.

Karpenstein: 1346 Carpenstein und öfters, womit zunächst die Burg Karpenstein gemeint ist, die 1443 zerstört wurde und Mittelpunkt einer umfangreichen Herrschaft der Herren von Glaubitz war. Zwischen 1571-1578 entwickelte sich hier ein kleines Dorf. Der Name kommt nicht von dem angeblich karpfenförmigen Grundriß der Burg, sondern von dem goldnen Karpfen im Wappen des ersten Besitzers, Thammo von Glubos. 1606 hatte das Dorf nur acht Untertanen.


Keilendorf, Kreis Glatz, 105 Einwohner, 265 ha. Sommerfrische am Ratschenberg, an der Bahnstrecke Glatz - Kudowa gelegen. Erscheint 1560 als nach Reinerz eingepfarrt.

Keilendorf: 1560 und 1631 (ältere Belege fehlen) Keulendorf. fm Volksmund: Keuldroff. Diese ältere Form also erweist sich auch in Verbindung mit den analogen Ortsnamen als die richtige und erklärt sich durch die keulenförmige, durch die Lage am Ratschen und anderen Bergen bedingte Gestalt der Ackerflur. Die mundartliche Aussprache österreichischer Beamter veranlaßte die amtliche Schreibung.


Kessel bei Dörnikau


Kieslingswalde, Kreis Habelschwerdt, 1086 Einwohner, 500 m, 2164 ha, Ianggestrecktes Dorf südwestlich von Habelschwerdt, an der Straße nach der Puhubaude (Schwarzer Berg), seit 1384 Pfarrdorf, alte Kirche, 1480 umgebaut. 1340 ist erwähnt Tylemann, Pfarrer von Kyselingeswalde. In der Nähe befinden sich die Hirtensteine, sieben sagenumwobene Sandsteinfelsen.

Kieslingswalde: 1340 Kyselingswald und so öfters mit unwesentlichen Variationen, auch 1394 Koslingswalde; 1548 Kiselwalde. Diese Kürzung hat sich nur mundartlich erhalten, mundartlich aber meist, und zwar schon 1581 Kiswaale. Zugrunde liegt mittelhochdeutsch kisel, neuhochdeutsch Kiesel, dessen Erweiterung kiseline häufiger war als jenes und früh zum Personennamen bzw. Familiennamen wurde, also ,Ort des Kiesling'. Ein 1281 und 1296 urkundlich bezeugter Ritter Fredericus dictus Kyslingk könnte sehr wohl der Gründer und Namengeber sein.


Kirchenhäuser bei Schlegel


Kleingeorgsdorf, Kreis Glatz, 54 Einwohner, 173 ha, südlich von Lewin. Gehörte 1477 zur Herrschaft Hummel, 1560 als nach Lewin eingepfarrt erwähnt.



Klessengrund, Kreis Habelschwerdt, 240 Einwohner, 700 m, 226 ha, an der Straße zum Großen Schneeberg, Skigelände, Sommerfrische. Wahrscheinlich ist Klessengrund in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts wegen der besseren Ausbeutung der dort befindlichen Erzgruben angelegt worden. Kol.: Forsthaus.

Klessengrund, im gleichnamigen Tale des Klessenbachs um 1550 angelegt: 1560 Clessengrund; mundartlich: die Klesse. Diese letztere Ortsbezeichnung erscheint aber mit anderer Beziehung schon 1347 und muß schon vor 1300 bestanden haben, da sich der älteste Dichter des Glatzer Landes, der höchstwahrscheinlich in dieser Gegend zwischen etwa 1290-1300 lebte, nach ihr ,Dietrich von der Klesse' nannte. Zwei verschiedene, aber benachbarte Örtlichkeiten werden vom 14. bis 17. Jahrhundert urkundlich ,die Klesse' genannt.
1. Eisenhammer, offenbar ganz nahe bei dem 1346 erwähnten Dörfchen Moraw gelegen, ausdem sich später Altmohrau entwickelte: 1347 die Clesse, aufgeführt unter den Besitzungen der Herrschaft Karpenstein; 1483 die Gerechtigkeit ( =Besitzrecht) off der Clesse; 1492 die Eysinhütte zu Seydinberg uff der Clesse; 1501 die Eysinhütte, Klesse genannt, am Flusse Mohr gelegen. - 1529 Eisenhammer in der Klesse, - 1606 die Schmelzhütte auf der Kless.
2. Das Tal des Klessenbachs, also der heutige Klessengrund bzw. die dort wohl erst später entstandene Erzgrube. 1521: der Sankt Jakobsstollen auf der Klessen unter Sant Pauls Stollen gelegen.
Der Name Klessenmohrau: 1614 Klessenmohra, 1656 Klessenmoraw bezeichnete obigen Eisenhammer und das anstoßende Dörfchen; beides verheerte der Dreißigjährige Krieg, daher 1648 ,das verwüstete Güttl Moraw', doch wurde ersterer wieder später in Betrieb gesetzt, während die Erzgrube nicht mehr erwähnt wird und wohl am Ende des 17. Jahrhunderts einging. Heute ist ,die Klesse' mundartliche Benennung von Klessengrund.


Kliegelgraben bei Stuhlseiffen


Königshain, Kreis Glatz, 903 Einwohner, 350 - 400 m, 1560 ha, langgestrecktes Straßendorf bei Glatz, am Fuß des Königshainer Spitzberges (751 m) mit dem Oskar-Giesser-Aussichtsturm.

Königshain: 1324 Kunigshain und so öfters, 1587 Königshan. Das Dorf vielleicht auf Anregung von König Johann v. Böhmen (Luxemburg) gegründet und noch ihm benannt. -KoI.: Mariathal. - Josephsthal (enthielt 1789 10 Häuserstellen). - Spittelhäuser am Spittelberge, der einst dem Hospitalmüller in Glatz gehörte.


Königswalde, Kreis Glatz, früher Neurode, 1556 Einwohner, 525 m, 997 ha, 1352 erstmals urkundlich erwähnt, Porphyr- und Melaphyrbrüche in der Nähe.

Königswalde: 1352 Kunigswalde usw. Könnte nach König Ottokar II. benannt sein, unter dessen Regierung diese Gegend besiedelt worden und mit Neurode die sogenannten fünf Königsdörfer Volpersdorf, Kunzendorf, Ludwigsdorf, Königswalde und Hausdorf entstanden sein sollen. - Kol.: Haidenberg, 1630 erw., offenbar ursprüngliches Heideland; Kaltenfloß (kalte Quelle); Fluß oder Flössel (Rothflössel) öfters in der Grafschaft für einen Bach gebraucht. 1630 erstmals erwähnt. - Kol.: Dintergut, Spitzberg, Bahnhöfe: Königswalde, Nieder Königswalde.


Köpprich bei Volpersdorf


Kohlau bei Reinerz


Kohlendorf bei Kunzendarf, Kreis Glatz, früher Neurode, 600 Einwohner, 50 ha.

Kohlendorf, um 1770 von Freiherrn Michael von Stillfried gegründete Kolonie, die sich mit dem Aufschwung des nahen Kohlenbergbaus zu einem Dorf entwickelte.


Komturhof bei Glatz


Konradswalde, Kreis Habelschwerdt, 675 Einwohner, 400-500 m, 1224 ha, Bauerndorf bei den Kühbergen, Sommerfrische. 1346 erstmals als zum Schlosse Karpenstein und dem Landgericht zu Landeck gehörig angeführt. Das Schloß zu Konradswalde wurde im 15. Jahrhundert zerstört.

Konradswalde: 1346 Conradswalde usw. Hier hat sich also der volle Personname Kuon-rât (kühner Rat) ungekürzt erhalten, während er sonst meist zu Kunz gekürzt erscheint. - Kol.: Weichenhäuser, wohl vom Familiennamen Welch = Wälscher. - Hinter dem Berge.


Koritau, Kreis Glatz, 152 Binwohner, 258 ha, am 24.2.1937 in Kartau umbenannt. Ort-schaft nordwestlich von Glatz, hinter dem Hasengraben. Am 1. August 1291 schenkte König Wenzel II. von Böhmen Zehnten seines Gutes Koritau der Glatzer Pfarrkirche. Alte Staupsäule von 1712 .

Koritau: sehr altes Dorf, schon 1291 Choritowe; 1319 Choritaw; 1344 Coritau usw. Kommt zweifellos von tschechisch koryto = 1. Wassergraben. 2. Wassertrog und "einer ringsum von Bergen umschlossenen Bodensenkung nahe". Wenn nun die heutige Lage des Dorfes auf einer plateauartigen Erhöhung dieser Bedeutung zu widersprechen scheint, so ist zu beochten, daß sich um diese Anhöhe ein grabenförmiger Talboden zieht, der sogenannte Bottichgraben, in welchem jetzt noch einige Häuser stehen, früher noch mehr standen. Dies war also höchstwahrscheinlich die älteste Ansiedlung, so daß die auch den dortigen Schulkindern geläufige Deutung ihres Dorfnamens als ,Grabendorf' als richtig gelten darf.


Krähenhäuser bei Schwenz


Krainsdorf, Kreis Glatz, fiüher Neurode, 566 Einwohner, nordwestlich von Neurode, 683 ha.

Krainsdorf (auch Crainsdorf geschrieben): 1353 Kraynsdorf, 1355 Krayersdorf, 1560 Kreunsdorf, 1571 und 1631 Kransdorf. Dem Ortsnamen liegt höchstwahrscheinlich der auf mittelhochdeutsch krage = Hals, Kragen zurückgehende Personenname zugrunde, der im Sinne von Tor, Narr gebraucht wurde. Also ,Dorf des Kragen'. -
Kol.: Achthäuser, auch Hinterberg. - Flucht(häuser), wohl weil in einer Fluchtlinie stehend; beide auch als Kapellendörfel bezeichnet. - Fischerlehne (auch Niederdörfel). - Vierhäuser. - Zimmerhäuser. -Klein-Krainsdorf.


Krotenpfuhl, Kreis Habelschwerdt, 199 Einwohner, 420 ha, nördlich von Hahelschwerdt gelegen.

Krotenpfuhl: 1397 Krotinpfuhl, 1402 Krotenpful, 1653 und 1789 (Zimmermann) Krottenpfudel, 1756 Krottenpfuel. Der Name bedeutet natürlich ,Krötenpfuhl', zeigt aber stets und auch in der mundartlichen Form Krotafool (nicht etwa Kreetafool) die nicht umgelautete Form ,Krote'.


Krzischney , Kreis Glatz, 71 Einwohner, 197 ha, südlich von Lewin, am 3. 12. 1929 in Kreuzdorf umbenannt.

Krzischner: 1477 Krzizanow, 1560 Krissenaw, 1606 Krzischney usw. War ursprünglich Vorwerk der Hummelherrschaft und hat seinen Namen vom tschechischen Personennamen Krizan. Die amtliche Verdeutschung ist also ungenau und irreführend.


Kudowa, Bad, Kreis Glatz, 2199 Einwohner, 400 m, 274 ha, 5 kohlensäurehaltige Eisensäuerlinge (Eugenquelle ist die stärkste Arsenquelle Deutschlands), Kuren für Herz-, Nieren-, Nerven- und Frauenleiden, rheumatische Krankheiten. Seit 1570 als Bad bekannt. Skigelände, Rodelbahnen, Eisbahnen usw.

Kudowa (oft auch Cudowa geschrieben): aber 1625 bei Aelurius als Heilquelle genannt.
Blasewey (auch Blaschewey), Kolonie von Kudowa, 1477 Blazeyow, kommt wahrscheinlich wohl von tschechischen Personennamen Blazej = Blasius.


Kunzendorf, Kreis Glatz, früher Neurode, 4442 Einwohner, 802 ha, industriereiches Dorf, dazu gehörig Bad Centnerbrunn, 1836 gegründet.

Kunzendorf: 1352 Cunzendorl usw.: 1560 Haergersdorl genannt, wofür sich sonst nirgends ein Beleg findet. - Kol.: Gabersgrund (= Gebhardsgrund). - Scholzengrund. - Lehdenhäuser. - Haumberg. - Höllenberg-Siedlung. -Leeden.
Centnerbrunn, unsprüngliche Bezeichnung einer Quelle im Zentnertale und am Zentnerberge bei Ludwigsdorf, wo sich 1851 ein kleiner Badeort entwickelte. Der Name höchstwahrscheinlich vom Familiennamen Zehntner = Zehntenerheber.


Kunzendorf, an der Biele, Kreis Hahelschwerdt, 1446 Einwohner, 380 m, 2386 ha, langgestrecktes Bauerndorf, Sommerfrische, Schloß mit schönem Blumengarten und alten Bäumen, darunter eine gewaltige Weymutskiefer, die größte in Schlesien. Nordöstlich eine Tropfsteinhöhle. Pfarrkirche seit 1269 und 1530 der erste lutherische Geistliche der Grafschaft.

Kunzendorf a.d. Biele: 1269 Chunchonis villa; 1320 Conzendorf. Mit der Koseform Kunz von Konrad gebildet. - Kol.: Hain-Forsthaus, Grenzenhäuser, Kunzendorl-Bahnhof, Teichmühle, Tiergarten, Waldwärtergehöft.


Kuttel, Kreis Glatz, 85 Einwohner, 50 ha, bei Tassau, südlich von Lewin. Um 1509 war Kuttel ein einzelner Hof. 1660 wurde das Vorwerk aufgehoben und setzte 14 ,,unterthänige Stückleute" ein.

Kuttel: 1530 als Vorwerk erwähnt, dann zum Dorf erweitert um 1660; 1631: das Vorwerk genannt der Kottl. So bezeichnet wegen seiner Lage im Talkessel.