Beutengrund
Beutengrund, Kreis Glatz, früher Neurode, 827 Einwohner, 538 m, 392 ha zur Pfarrei Königswalde gehörend, 1598 erstmals urkundlich erwähnt. 1571 wird eine Hegerei oberhalb Königswalde der "Beutengrund" genannt. 1598 gibt Heinrich der Ältere von Stillfried seinem Sohn Bernhard u. a. auch das Dorf Beutengrund.

Beutengrund: 1561 Heegerei der Beutengrund, 1598 als Dorf erwähnt. Kommt von althochdeutsch biota, mittelhochdeutsch und neuhochdeutsch Beute = Bienenbehälter, ein an Waldbäumen aufgehängtes Faß für die Bienen. -
Kol.: Goldwiese und Goldwasser, an dem gleichlautenden Bache gelegen; - Schafwiese - Schweinegraben in talartiger Vertiefung. - Wurzeldorf, um 1750 auf einer ausgerodeten Bergwaldlehne angelegt.


Biebersdorf , Kreis Glatz, 411 Einwohner, 550 m, 343 ha, bei Rückers gelegen, mildes Klima, Mineralquelle, Wintersportort, Kristallglasschleifereien, Sägewerk. 1682 wurde das erste Haus des Dorfes erbaut. Das Tal, in dem das Dorf steht, hieß früher der Biebergrund.

Biebersdorf (Alt-, Neu-): erst 1682 im sogen. Biebergrund angelegt; daher ist die Angabe, das Dorf sei nach dem ersten Ansiedler Bieber und nicht nach dem Tiere Biber benannt, den es im Glatzer Lande nie gegeben habe, doch sehr zweifelhaft. - Kol.: Biebersdorf, Forsthaus, Pfarrgrund (= Stille Liebe).


Biehals, Kreis Glatz, früher Neurode, 344 Einwohner, 222 ha, südl. von Neurode gelegen.

Biehals: 1560 der Förster überm Pihals, 1571 die Hegerei im Pihals, 1578 der Biehals. Ebenso wird ein beim Glatzer Schlosse gelegener Wald 1499 Biehals genannt. - Kol.: Friedrichs-bau, 1775 angelegt, die 1789 acht Freistellen und 35 Einwohner zählte (nach Friedrich II. benannt?). - Teuber, offenbar nach dem Familiennamen eines Anwohners, der zu Taube gehören, aber auch von mittelhachdeutsch töuben = blasen, flöten kommen kann.


Bielendorf, Kreis Habelschwerdt, 350 Einwohner, 720-750 m, 354 ha, Sommerfrische und Wintersportort mit Sprungschanze, Rodelbahn, Ausgangspunkt zu Wanderungen nach den Saalwiesen und dem Bielengebirge.

Bielendorf: erst 1606 im oberen Bieletale angelegt; 1614 Neugersdort im Hinterdorf oder das Neue Bielendorf, 1631 Pillendorf, ebenso 1658 ,Dorf an der Biele'. - Kol.: Neu Bielendorf.


Birgwitz, Kreis Glatz, 381 Einwohner, 362 ha, Bahnstation, gehört kirchlich zu Pischkowitz (Schloßhübel).

Birgwitz: 1351-88 mehrmals Birkowitz und Birkowicz genannt; könnte nach Hinko von Duba, genannt Birka oder Berka, 1316 Herr des Glatzer Weichbildes, benannt sein. Der Name kommt vom Personennamen Bero bzw. dessen Verkleinerungsform Ber(e)ko = Räuber. - Kol.: Ledenhäuser.


Birkhagen, Kreis Glatz, 414 Einwohner, 285 ha, früher Brzesowie, am 5.6.1921 umbenannt, südlich von Bad Kudowa gelegen. 1497 wurde Brzesowie in einer Urkunde genannt, 1601 erkaufte die Stadt Nachod einen Teil des Dorfes, 1684 wohl den Rest. 1612 gehörten noch zwei Mühlen und zwei Bauern zur Herrschaft Hummel.

Birkhagen, früher Brzesowie: 1400 Brzezowicz; 1497 Brzezow; 1602 Przezowe oder Birkwitz; 1631 Brzesowie; von breza Birke und dem adjektiv. Suffix ov, also = Birkenort, Birkicht. Die Form von 1400 unsicher; ov wurde dann zu owie verlängert.


Blasewey bei Kudowa
siehe auch Großgeorgsdorf


Bobischau, Kreis Habelschwerdt, 594 Einwohner, 903 ha, Grenzdorf im südlichsten Zipfal der Grafschaft gelegen, in den Hussitenkriegen so sehr zerstört, daß es 100 Jahre unaufgebaut liegen blieb, Leinenindustrie Erstmals 1358 erwähnt, im Jahre 1479 gehörte es unter dem Namen Bohczow zur Herrschaft Mittelwalde.

Bobischau: 1358 Bobrischaw; 1472 Bobiczow; 1479 Bobczow; 1631 Bobischaw. Zugrunde liegt slawisch bobr Biber bzw. ein davon gebildeter Personenname, also ,Biberort' oder ,Dorf des Bobr'.


Brand , Kreis Habelschwerdt, 150 Einwohner, 800 m, 1697 ha, Mitte des 16. Jahrhunderts gegründet, Sommerfrische und Wintersportplatz mit der Brandbaude, dem höchsten Haus der Ortschaft, Preußens zweithöchste Kunststraße. Erbaut im 16. Jahrhundert, im Jahre 1617 gehörte das "Gütchen Brand" dem Hahelschwerdter Fleischhacker Georg Volkmer, 1631 erscheint Brand als ein nach Habelschwerdt eingepfarrtes Dorf. 1684 kaufte die Stadt Habelschwerdt das Kammerdorf Brand.

Brand: 1617 zuerst erwähnt das Gütchen Brand: 1631 Brandt; die gleichnamige Kol. 1741 erbaut. Der Name bezeichnet einen auf ausgebrannter Waldstelle erbauten Ort. - Kol.: Friedrichsgrund-Forsthaus.


Buchau, Kreis Glatz, früher Neurode, 422 ha, 1650 Einwohner, 1353 erstmals urkundlich erwähnt.

Buchau: 1353 under der Buche, ebenso 1478, 1440 Buchaw, mundartlich de Buche. Der Name zeigt einen ,Ort am Buchenwald'. - Kol.: Neue Welt, eine sehr häufig vorkommende Bezeichnung kleinerer Abbaue, die wohl ähnlich scherzhaft gebraucht ist, wie das seltenere Amerika. - Sichdichfür, mundartlich statt Siehdichvor, ebenfalls öfters gebrauchter. - Annaberg, Bahnschacht, Schindelhäuser, Kielerhäuser.


Bukowine bei Straußeney